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Freitag, 14. Juni 2013

FIFA-Klubweltmeisterschaft 2013

Bayern München nimmt in diesem Jahr als erster deutscher Vertreter überhaupt an der FIFA-Klubweltmeisterschaft teil. Diese findet in diesem Jahr in Marokko statt. 
Nach einem ersten Versuch im Jahr 2000 in Brasilien, findet die Klub-WM seit 2005 regelmäßig statt und gilt als Nachfolger des Weltpokals.
Der Vorläufer, Copa Rio, wurde Anfang der 50-er Jahre nur zwei Mal ausgespielt; von 1960 bis 2004 ging es ausschließlich zwischen den kontinentalen Meistern Südamerikas und Europas um den Copa Intercontinental.
 
Aus allen Kontinenten spielen die jeweiligen Vertreter im K.O.-System den Sieger aus. Das Finale findet am 21. Dezember in Marrakesch statt. 
Für Ozeanien (OFC Champions League) geht Auckland City FC ins Rennen. Das Gastgeberland wird durch Raja Casablanca vertreten.
Beide Teams werden sich im Eröffnungsspiel am 11.12.2013 gegenüber stehen. CONCACAF Champions League-Vertreter ist Monterrey CF aus Mexiko.

Noch nicht feststehen die Teilnehmer aus Südamerika, Asien und Afrika.

- Copa Libertadores (Südamerika) 2013 (Hin- und Rückspiel findet am 17. und 24 Juli 2013)
- Asien-Zone (AFC Champions League): Hin- und Rückspiel am 25./26. Oktober und 8./9. November.
- CAF Champions League (Afrika): Finale am 9. oder 10. November.

FIFA-Klubweltmeister 2012 wurde Corinthians Sao Paulo (1:0 gegen Chelsea FC).

Dienstag, 11. Juni 2013

Auf dem Sommerpausenhof

Die Idealisierung des Ballspielvereins Borussia 09 Dortmund in der deutschen Presselandschaft treibt immer seltsamere Blüten. Neuester Spross: Die klare An- bzw. Absage von BvB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Richtung FC Bayern (?) oder auch in Richtung Robert Lewandowski samt Berater, dass er - Lewandowski - im Jahr 2013 nicht zu den Bayern wechseln wird oder darf. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von einem "Machtwort" und von einem Signal der Dortmunder. Das mag wohl richtig sein, kommt allerdings nun doch ein wenig spät, wenn man bedenkt, dass die Transfer-Gerüchte um den Polen nun schon seit Monaten durch die Presse wabern. Da fragt man sich zu Recht: Warum erst jetzt, Herr Watzke?
Zudem ist das Nein des BvB-Bosses kein Nein zum einem generellen Wechsel Lewandowskis, sondern nur ein Nein in Richtung eines Wechsels zum FC Bayern. Wenn Watzke dann von notwendiger Planungssicherheit spricht, ist diese anscheinend nicht ganz so essenziell so der Bieter für Robert Lewandowski aus England, Italien oder Frankreich käme. Also ist es am Ende dann wohl doch eher ein "Jain" und daher ein nicht ganz so beeindruckendes Machtwort.
Zudem betonte Watzke, dass Borussia mit Lewandowski im kommenden Spieljahr vermutlich mehr als die kolportierte Ablösesumme einspielen wird - kühn gerechnet, Herr Watzke. Wer kann das schon voraussagen? 

Auf die Spitze treibt es Welt Online, wo man - ohne dass es wirklich einen ernstzunehmenden Hinweis darauf gäbe - davon schreibt, dass Bayern München die Wechselgerüchte forciert haben soll, um Unruhe beim Konkurrenten aus Dortmund zu schüren. Woran die Welt das festmacht, bleibt unbeantwortet. Fakten dazu? Keine. Der Klub aus München hat sich bis dato jedenfalls nicht ernsthaft bei Borussia Dortmund um den Stürmer bemüht.  

Nicht, dass wir uns missverstehen: Auf den laufenden Vertrag eines Spielers pochen, ist legitim. Der späte Zeitpunkt und die Begründung sind es, die etwas seltsam anmuten. Interessant ist einzig, welches Bild hier in den Medien gezeichnet werden soll: Hier: die selbstbewussten Dortmunder - dort: der böse, intrigante FC Bayern.  

Ob der Spieler Lewandowski oder seine Berater hinsichtlich dieser Wechselabsichten alles richtig gemacht haben, darf bezweifelt werden. Dennoch ist es auch ein gefährliches Signal, wenn ein Klub einem wechselwilligen Spieler den Wunschtransfer per se verweigert. Ein weiteres Jahr ohne Titel (?) für den Polen ist - wenn man bedenkt, dass die Karriere eines Spielers bestenfalls so um die zwölf Jahre andauert - weder für den Spieler, noch für die Fans (Stichwort: keine "echte Liebe" mehr) eine Gewinn bringende Situation. Ganz abgesehen davon, verzichtet Borussia Dortmund - so der FCB tatsächlich bereit wäre, um die 25 Millionen Euro für Lewandowski zu berappen - auf viel Geld. Nächstes Jahr bringt er - ablösefrei - Borussia Dortmund keinen Cent mehr ein.

Damit es nicht ganz so schmerzhaft für Robert Lewandowski werden wird, hat man sein Salär erhöht. Nun ja... diese Maßnahme dürfte wohl nicht nur ihn im Dortmunder Spielertross treffen.

Einzig der FC Bayern hat sich noch nicht ausdrücklich zum Thema Lewandowski geäußert oder klar positioniert. Das stelle ich mir die Frage, warum wird überhaupt auf Dortmunder Seite und in diversen Medien jetzt so ein Geschrei gemacht? Man kommt sich vor wie auf dem Pausenhof - viel Gebrülle um nichts. Wird Zeit, dass die Klingel ertönt und der Unterricht weitergeht.  


Dienstag, 4. Juni 2013

Die unglaubliche Saison 2012/13 - Ein Rückblick

Gesänge im Kopf
Ich stehe auf, dusche, ziehe mich an. Dann trinke ich meinen Kaffee auf dem Balkon, mein Blick schweift über den Yachthafen - auf "Vater Rhein". Durch den Kopf schießt mir - auch wenn es gar nicht zu dem sich mir bietenden Bild passen will - "Super-Bayern, Super-Bayern!".
Etwas später im Auto auf dem Weg zur Arbeit - ich muss grinsen: "Die Bayern! Die BAYERN!". Immer wieder hallt es durch meinen Kopf - wie aus tausend Kehlen: "Deutscher Fußballmeister...Deutscher Pokalsieger...Europapokalsieger - FCB!". Zurück in der Normalität bin ich immer noch nicht. Das wird wohl auch noch dauern. Zu geil ist dieses Endergebnis der abgelaufenen Saison. Ich fühle Stolz und tiefe Freude! Wenn ich mich dabei erwische, mich über irgendetwas aufzuregen oder Gefahr laufe, schlechte Laune zu bekommen - ein Gedanke schießt wieder und wieder mahnend durch meinen Kopf: Wir haben das Triple! Der Ärger verpufft in Sekundenschnelle. Wozu rege ich mich auf? Ich habe gerade die geilste Saison meines Fan-Daseins (immerhin sind das schon dreieinhalb Jahrzehnte) erlebt. 
Was war das für eine Saison! Was für Spiele haben wir erlebt?! Unfassbar - immer noch. Unfassbar!

Es deutete sich mit den Neuverpflichtungen zu Beginn der Saison 2012/13 an - der FC Bayern hat aus dem Ergebnis mit dem doch eher dünnen Kader der letzten Saison gelernt und will mehr Qualität in der Breite. Dafür nahmen sie auch ordentlich Geld in die Hand. Viel wichtiger als Geld aber ist das Geschick, die richtigen Elemente einer Mannschaft zusammen zu bringen - sozusagen ein Team "builden". Das kann man wohl als gelungen bezeichnen...
 
Die Neuen / Neuzugänge
Javier Martínez Aguinaga - Der "40 Millionen-Mann" Martinez. Was wurde im Vorfeld nicht alles über ihn geschrieben?! Jetzt - zum Abschluss seiner ersten Bayern-Saison muss man deutlich herausstellen: Ja, der Mann ist sein Geld wert. Jeden Cent!
Javi Martinez ist eine großartige Ergänzung im defensiven Mittelfeld, mit einem schönen Nebeneffekt: seine Anwesenheit macht Bastian Schweinsteiger noch besser - Weltklasse!
 
Claudio Pizarro - Ein guter alter Bekannter bei den Bayern-Fans und er sollte uns nicht enttäuschen. Seine Qualitäten waren bekannt, zudem war der Peruaner ablösefrei. Toller Ergänzungsspieler, der uns mit einigen Toren wieder verzückte.

Tom Starke - Back up für Manuel Neuer. Wann immer er gebraucht wurde, er war da und erfüllte seine Aufgabe - genau dafür wurde er geholt.

Dante Bonfim Costa Santos - Was für eine Saison für den Brasilianer! Von Beginn an hielt er die Abwehr dicht und brillierte als bester Innenverteidiger des Rekordmeisters. Die schwere Verletzung Holger Badstubers fiel nicht ins Gewicht, da mit Dante ein "Turm" in der Abwehrmauer stand, an dem es fast unmöglich war vorbeizukommen.
Als Krönung amüsierte der sympatische Kerl die Bayern-Fans mit seinen Gruß-Videos an die Mannschaft vor und nach dem Pokalfinale. Top-Einkauf!

Xherdan Shaqiri - der junge Kosovo-Schweizer zeigte regelmäßig im Laufe der Saison, warum man ihn nach München holte. Sympathieträger und ein tolles Fußballtalent. Auch er zu Weltklasse-Leistungen in der Lage. Wir werden noch viel Freude an dem "Vierkantholz" haben! 


Mario Mandzukic - Es war zu erwarten, dass er die große Konkurrenz des Mario Gomez wird. Dennoch war es überraschend, wie schnell sich der Kroate ins Team fand und von Beginn an durch Zweikampfstärke, Einsatzwillen und Effizienz Gomez auf die Bank verwies. Ein "Abwehr-Stürmer", wenn man so will. Super-Einkauf!

Mitchell-Elijah Weiser - Um dem Ex-Kölner Spielpraxis zu ermöglichen, einigten sich der FC Bayern München und der 1. FC Kaiserslautern auf ein bis 30. Juni 2013 gültiges Leihgeschäft.


Es ist die goldene Generation des deutschen Fußballs, aber noch immer eine Generation ohne großen internationalen Titel. Bis zum 25. Mai.
 
Die Alten / Führungsspieler
Bastian Schweinsteiger - Wer jetzt noch zweifelt an Schweinsteigers Weltklasse, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Ein echter Leader auf dem Platz - aber kein "Lautsprecher". Es geht also doch - auch ohne große Töne zu spucken. Seine Dynamik, seine Technik, sein Auge - er ist Dreh- und Angelpunkt des Bayern-Spiels. Wieder eine große Saison von ihm! Überraschend viele Kopfballtore.

Philipp Lahm - Ja, manchmal nervte er mich. Aber in dieser Saison gab es kaum Anlass dazu. Lahm zeigte sich als Dauerläufer auf Weltklasse-Niveau - durchgängig, über die ganze Saison hinweg. Besonders beeindruckend: Gerade in den entscheidenden Spielen tauchte er nicht ab, sondern ließ das "Biest" raus und gab Knallgas. Sensationelle Saison! Ich sogar fange an, ihn zu mögen. 

Manuel Neuer - Wer immer noch nicht begriffen hat, dass Neuer zu uns passt wie die Faust aufs Auge, dessen Sinne sind vermutlich irreparabel beschädigt. Wenn er gebraucht wurde, war er der Weltklasse-Tormann, als den wir ihn eingekauft haben. Spätestens nach dieser Saison steht auch fest, dass er die großen, die ganz wichtigen Spiele entscheiden kann. Ihm haben wir zu einem großen Teil den Champions League-Pokal zu verdanken. Neuer sicherte uns den DFB-Pokal. Und wer hätte gedacht, dass der schüchtern wirkende Westfale ein echtes Feierbiest ist?! Neuer ist definitiv angekommen beim FCB. 

Thomas Müller - Tja, der Müller.. was soll man da noch sagen? Ein Instinktfußballer - nicht ausrechenbar - irgendwie verrückt, dieser Kerl. Ein unkontrollierbarer Irrwisch. Da taucht er 80 Minuten unter - und bleibt trotzdem auf dem Platz. Warum? Weil er unberechenbar ist und auch in den letzten zehn Minuten Chaos in die gegerische Abwehr bringen kann und dann das entscheidende Tor schießt. Ein echter "Müller" eben. Geile Saison,  des sprechgewaltigen Publikumslieblings!


Der Trainer
Jupp-Jupp-Jupp-Jupp-Jupp...
Es fehlen einem die Worte.. wie soll man diese letzte Saison des Fußball-Urgesteins auf deutschen Fußballplätzen beschreiben? Der Herbergs-Vater des FC Bayern hat das Kunststück fertig gebracht, aus jungen Talenten und Weltklasse-Stars eine verschworene, solidarische Gemeinschaft zu schmieden. Bestes Beispiel dafür ist wohl Arjen Robben, der seine Egozentrik weitgehend verloren hat und sogar Verteidigungsaufgaben übernahm. Selbst die Bankdrücker hatten bei Heynckes nie das Gefühl, nicht zum Team zu gehören oder weniger wichtige Rollen zu spielen. Taktisch hat Jupp Heynckes in den Spielen gegen Barca oder auch im Finale in Wembley gezeigt, dass er ganz Großer seiner Zunft ist. Lernfähig und jung geblieben ist er ohnehin - und das mit 68. Heynckes sorgte für den Gänsehaut-Moment der Saison, als er in Mönchengladbach nach seinem letzten Bundesliga-Spiel uns alle zu Tränen rührte. Jetzt geht er in den wohlverdienten Ruhestand - vorerst. Danke, Trainer! Danke!

Das Team
Robben - Ribéry - Badstuber - Gomez - Tymoschtschuk - Rafinha - van Buyten - Boateng - Kroos - Alaba - und Matthias Sammer.
Arjen Robben - für mich der Held der Rückrunde (und das nicht nur wegen seines Wembley-Tores). Verletzungsfrei - Robben! Eine Saisonhälfte lang! Dann setzt er sich klaglos auf die Bank und nutzt die Minuten, in denen er spielen darf. Am Ende profitiert er von der Verletzung Toni Kroos' und trumpft groß auf. Tolle Einstellung eines Stehaufmännchens! Wahnsinns-Fußballer!
Ribéry - laut 11Freunde die "französische Hafenratte" - was für eine Hammer-Saison des Franzosen! Ohne Übermut zählt er berechtigterweise  zu den Kanditaten für den Titel des Weltfußballer des Jahres. Seine Wandlung vom einsilbigen Ego-Shooter zum auskunftsfreudigen Bayern-Inventar sagt alles. In München fühlt er sich sauwohl.
Holger Badstuber - die tragische Figur der Saison. Gute Besserung!Aber die Solidarität der Mannschaft mit ihm, sagt viel über die Person Badstuber aus. Wird schon noch! 
Mario Gomez ist - man will es kaum glauben - so etwas wie der Verlierer der Saison. Der effizienteste Stürmer der Liga - Torschützenkönig der Vorsaison - eine Tor-Maschine seit Jahren - und am Ende wird der wohl den Verein verlassen. Ich habe die Kritik an ihm nie verstanden - ein verkanntes Fußball-Genie, aber eben fußballerisch nicht der Typ, der anno 2013 in modern taktierenden Teams gefragt ist. Kommt Lewandowski, geht Gomez - auf beiden Seiten folgerichtig und konsequent. Sympathischer, zurückhaltender Kerl, der in der abgelaufenen Saison verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk war. 
Anatoliy Tymoshchuk verlässt den FC Bayern in Richtung Zenit St. Petersburg. So richtig gezündet hat er ja selten, aber die Spiele im gerade abgelaufenen Spieljahr, in denen er ran durfte, war er meist überzeugend. Gleiches gilt auch für Gustavo. Ein prima Kerl. Mach's gut, Tymo - alles Gute bei Deinem neuen/alten Verein!
Mich hat der Brasilianer überrascht. Kaum gebraucht, kaum gespielt - aber Rafinha hat zum Ende hin nochmal Biss gezeigt. Fühlt sich wohl in München, möchte bleiben - klagt auf der Bank nicht und kann hervorragend Louis Armstrong-Songs zum Besten geben.
Daniel van Buyten. Irre der Kerl. Totgesagte leben länger - nichts passt besser auf den Belgier und seine Jahre beim FCB als dieses Sprichwort. Der als zu langsam und hüftsteif verschrieene Abwehrspieler wird von Jahr zu Jahr besser und es gelingt ihm, sich wieder und wieder in die Stamm-Formation zu spielen. Kein Wunder, dass sein Vertrag verlängert wird.  
Jéròme Boateng ist ein Weltklasse-Innenverteidiger. Nicht immer, aber mittlerweile sehr regelmäßig. Auch für ihn gilt: er ist angekommen beim FC Bayern und war in dieser Saison enorm wertvoll.
Toni Kroos verpasste leider das Saisonfinale - aber er ist ein ganz wichtiger Faktor im Bayern-Spiel, auch wenn er immer so wirkt, als stecke noch viel mehr in dem jungen Mann, als er zu zeigen bereit ist.
David Alaba - ein Pfundskerlchen! Wiener Schmäh und ein gesegnetes Fußballtalent. Wieder eine große Saison des jungen Österreichers! Den mögen sogar die Bayern... 
Und dann ist da noch unser neuer Sportvorstand Matthias Sammer. Er passt zum FC Bayern, wie das noch fehlende Mosaiksteinchen. Erfolgshungrig, fokussiert und glasklar in seinen Analysen, hat Sammer das Ziel im Visier und beißt alles weg, was ihm im Wege stehen könnte. Er warnt, mahnt und erinnert, was dem Klub in einigen Situationen des Spieljahres 2012/13 sehr gut getan hat. Auch wenn es von außen nicht so leicht zu beurteilen ist, aber er hat einen gewaltigen Anteil am Erfolg. 

Auch wenn Spieler hier einzeln erwähnt wurden, letztlich war es die Gemeinschaft aller Spieler, die ein gigantisches Jahr verwirklicht haben. Ein Team, das wirklich eines war und auch hoffentlich bleiben wird.

Die Fans
Das Verhältnis des FCB zu seinen Fans ist en gros intakt. Dennoch gibt es eine Baustelle, die auch ich als nur noch gelegentlicher Stadionbesucher nicht übersehe. Das Miteinander zwischen Teilen der Ultra-Szene und dem Klub ist auf Eis gelegt. Hier sind beide Seiten nicht ohne Schuld. Was fehlt ist der Dialog und das Verständnis für die Belange der jungen Fans auf Seiten des Vereins - und die Bereitschaft, auf Gewalt und Pyro-Fackeln auf Ultra-Seite zu verzichten. Die Beschimpfungen von Neuer oder auch Hoeneß sind nicht vergessen. Doch den harten Kern der Südkurve in Gesamthaftung zu nehmen und als Lösung einen greisen Terrorismusexperten zu berufen, ist falsch und schädlich für die Fan-Kultur beim FCB. Was der Klub braucht, ist einen Fan-Beauftragten mit Kompetenzen, der den Dialog sucht und bestenfalls weiß mit er wem und von was er spricht. Klatschpappen machen uns eher zum Gespött der Liga und sind nicht die Lösung, die die Allianz Arena in Sachen Stimmung braucht.
Ich habe mir schon viel Mist anhören müssen über die Fans des FC Bayern, aber wenn es drauf ankommt, dann sind sie da. Zahlreich und stimmgewaltig; kreativ und leidenschaftlich. In Wembley war jedenfalls mehr Rot als Gelb - und Rot war lauter als Gelb. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Choreo in London - trotz aller Widerstände und Missverständnisse, die die Dortmunder Fans abgeschreckt haben. Danke Club 12! Das war richtig tolle Arbeit!   

"Am Ende des Tages" wird uns bewusst, dass wir etwas Großes, ja vielleicht auch Einmaliges erleben durften. Ich zehre davon. Heute, morgen und sicher noch lange Zeit.
Ich habe mich verliebt in diesen Fußball, in diese Mannschaft, in diese vergangene Saison. Danke, FC Bayern - Ihr habt großartige Arbeit geleistet!  

Montag, 3. Juni 2013

Die Abschlusstabelle - Prognose und Ergebnis



         1. FC Bayern München - ja, wir werden endlich wieder Deutscher Meister!
Richtig getippt.
       2. BV Borussia Dortmund - ja, auch Dortmund wird wieder der große Herausforderer in dieser Saison.
Richtig getippt.
 3. VfB Stuttgart 
      Völlig überschätzt – der VfB wurde 12-ter.
 4. FC Schalke 04
Richtig – Schalke wurde Vierter.
 5. Hannover 96
Hannover konnte nicht ganz meine Erwartungen erfüllen und landete auf Platz 9.
 6. TSV Bayer 04 Leverkusen
Viel besser, als von mir erwartet: Dritter.
 7. VfL Borussia Mönchengladbach
Fast richtig – Mönchengladbach wurde 8-ter.
 8. VfL Wolfsburg
Nicht weit weg – Wolfsburg wurde 11-ter.
 9. SV Werder Bremen
Noch schlechter als ich ohnehin schon vermutete: Bremen kämpfte am Ende gegen den Abstieg und wurde 14-ter.
10. FSV Mainz 05
Nicht ganz so gut, wie von mir prognostiziert: Mainz wurde 13-ter.
11. TSG 1899 Hoffenheim
Um ein paar Plätze schlechter: die TSG wurde 16-ter und musste in die Relegation.
12. 1. FC Nürnberg
Ein bißchen besser als ich dachte, 10-ter.
13. SC Freiburg
Viel besser, als von mir vermutet: Freiburg wurde 5-ter.
14. Hamburger SV
Doch besser, als es am Anfang zu vermuten war: Hamburg landete auf Platz 7.
15. SG Eintracht Frankfurt
Die Überraschungsmannschaft der Saison – am Ende auf Platz 6.


Absteiger:

16. SpVgg Greuther Fürth
Passt – obwohl Fürth sogar Letzter wurde.
17. Fortuna Düsseldorf
Richtig getippt.
18. FC Augsburg
Augsburg schaffte kurz vor Schluss doch noch den Klassenerhalt und endete auf Platz 15.

Samstag, 1. Juni 2013

Termine Juni 2013

01. Juni 2013 - DFB-Pokal-Finale (Berlin)
FCB vs VfB Stuttgart
20:00 Uhr

26. Juni 2013: Trainingsauftakt

29. Juni 2013: Traumspiel 2013 in Weiden
Fanclub „Wildenau“ vs FCB
18:00 Uhr

30. Juni 2013: Testspiel 
TSV Regen vs FCB
19:00 Uhr

Mittwoch, 29. Mai 2013

mind the gap

Dieser Bericht wird ein langer (zumindest gemessen an dem, was hier üblich ist) - vorsorglich sei dem werten Leser daher verraten, dass es hier nicht ausschließlich um das Spiel des 25. Mai 2013 geht. Wer sich für die Stadt London oder ein paar Reisetipps interessiert, für den sind in den farblich hinterlegten Textpassagen ein paar Tipps und meine Eindrücke zusammengefasst.


Vorspiel.
Wembley ist kein Ort an dem man wirklich lange verweilen möchte. Der Stadtteil im Nordwesten Londons ist weder sehenswert, noch möchte man sich vorstellen dort abends ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen. Ein paar Läden, ein paar Pubs, ein Stück weiter große Hotels - nah am Stadion. Aber dort steht Wembley - das Stadion - und dort wollten wir hin. Ich wollte dort schon seit dem 19. Mai 2012 hin. Das Spiel in München war gerade verloren, wir waren ausgeschieden, gegen Chelsea im Elfmeterschießen. Mir schoss London als Endspielort 2013 durch den Kopf. Dort soll es sein! Dort müssen wir endlich mal wieder diesen verfluchten Cup holen. Dort will ich meine Bayern sehen! Zwölf Jahre ist es nun schon her, dass wir den Henkelpott gewonnen lassen. Unglaublich! Zwölf Jahre.
Etwas mehr als ein Jahr später ist das Ziel erreicht: wir stehen im Endspiel, in London, im neuen Wembley Stadion - und ich darf dabei sein. Wieder können wir die Champions League gewinnen - wie schon 2010 und 2012. 
Auf dem Weg zum Stadion habe ich keinen Kopf für nichts mehr - ich will nur noch rein. Endlich rein, ich will dass es losgeht. Meine Freundin will noch Fotos schießen, ich bin zu ungeduldig dafür - kaum mehr ansprechbar. Die Personenkontrollen am Eingang sehen mich nicht vor - ich gehe ohne jeglichen Körperkontakt hinein. Auf die Rolltreppe, hoch in den fünften Stock zu meinem Platz. Die Anweiser sind nett, witzeln und sind äußerst hilfsbereit (wie ich es in London bei Selfridge oder in der Modern Tate schon feststellen durfte). Meine Sicht, okay. Bin zwar ganz oben, aber mittig mit gutem Blick auf das Grün. Ignoriere die Schwarz-Gelben rechts von mir - ich kann da jetzt nicht hinsehen. 
Neben mir sitzen links meine Freundin und rechts ein Schwabe. Der weist schon vorsorglich alle umsitzenden Fans darauf hin, dass man doch gleich aufstehen soll - und das Spiel im Stehen zu verfolgen habe. Das Fähnchen auf meinem Platz werfe ich demonstrativ unter meinen Schalensitz - Schnickschnack.  Klatschpappe Fehlanzeige - gut so.

Das Stadion - eher enttäuschend. Seelenlos, hat nichts mehr mit dem alten Wembley-Stadion gemein. Camp Nou oder Bernabéu machen da mehr Eindruck. 
Mein Blick wandert über die Tribünen - täusche ich mich, oder sind mehr Bayern-Fans im Stadion? Ich vergleiche die Lager und tatsächlich, leichtes Übergewicht der FCB-Anhänger. Ich sehe Sammer ein Interview geben, schau mich um - nach bekannten Gesichtern. Fotos. Finde niemanden, den ich kenne. Warten. 
Noch eine Stunde bis zum Anpfiff - ich muss pinkeln und verschwinde umgehend auf die Toilette. Meine Aufregung hat sich nicht gelegt, aber ich bin etwas entspannter - jetzt wo ich endlich im Stadion bin. Zurück an meinem Platz - die Zeit verrinnt und bevor ich mich verwundert über die noch ausstehende UEFA-Inszenierung äußern kann, geht es los: Als Ritter verkleidet, laufen Darsteller auf das Spielfeld - von links die roten, von rechts die gelben. Mit Rüstung und Schild nehmen sie Aufstellung - mir läuft eine Gänsehaut über die Arme. Martialisch, ja - albern, vielleicht - aber irgendwie trifft es den Nagel auf den Kopf. Es wird eine Schlacht. Bogenschützen schießen ihre Pfeile in Richtung Gegner und am Ende reichen sich zwei Ausgewählte die Hand. Ist das Breitner? Ich muss schmunzeln. Das Finale dieser Show kann niemanden kalt lassen - die überdimensionierten Embleme beider Klubs werden auf das Spielfeld getragen - begleitet von spannungsgeladener Musik. Gleich ist es soweit - gleich geht es los. Der Countdown hat begonnen. Ich atme mehrfach tief durch. 

London zu Fuß, per Bahn, Bus und Rad.   
Wer Städte mag und noch nicht in London war, dem sei gesagt: London ist ein absolutes Muss! Diese Stadt ist so vielschichtig und interessant, dass man dergleichen in Deutschland vergeblich sucht (Berlin - vielleicht - mit Abstrichen). Die englische Hauptstadt ist wirklich eine Weltstadt, auf einer Ebene mit New York und Tokio.
Die Londoner U-Bahn, Underground oder auch nur "Tube" genannt, ist der wohl beste Weg sich zügig durch die Metropole zu bewegen. Dazu beschafft man sich am besten sofort an der erstbesten U-Bahn-Station eine Oyster-Card samt 1, 2- oder 7-Tage-Ticket - je nach Dauer des Aufenthalts. Die muss man dort allerdings bar erwerben, da die Kartenautomaten nur für britische Cheque-Karten oder Kreditkarten geeignet sind. Die fünf Pfund Pfand bekommt man nach Rückgabe der Oyster-Card wieder zurück. Die Oyster-Card spart einem viel Geld so man die Tube, den Bus oder ein Themse-Taxi regelmäßig nutzt. Das U-Bahn-Netz ist übrigens Idiotensicher.
Um London wirklich zu erleben, sollte man sich nicht auf die Touristenattraktionen beschränken, sondern in diverse Stadtviertel eintauchen - das macht man am besten zu Fuß oder mit dem Rad. Fahrräder sind überall öffentlich zu entleihen (Barclays Cycle Hire) - am Zielort angekommen, kann man das Rad an einer Station stehen lassen. Aber auch zu Fuß sind bestimmte Stadtteile und das Zentrum Londons gut zu erkunden.

Mind the gap.

Die ersten zwanzig Minuten nahmen mir jede Hoffnung, es könne vielleicht doch ein eher langweiliges Finale zugunsten der Bayern werden. Dortmund drückte als gäbe es kein Morgen - die Klopp'sche Taktik: Frühes Tor als Überraschungseffekt, dann hinten dicht machen und auf Konter lauern. Nein, es wird wieder ein typisches Finale mit Bluthochdruck und Herzrasen werden. Ich glaube, ich werde zu alt für diesen Scheiß. 
Die Dortmunder Taktik ging - dank eines blendend aufgelegten Manuel Neuer - nicht auf. Erst war ich erzürnt über Schweinsteigers Spielbeginn (meist schwach), über Lahms Fehlerhäufigkeit zu Beginn und über die vielen Fehlpässe und ungenauen Zuspiele der Bayern insgesamt. Dann dachte ich, wenn die ihre Chancen nicht nutzen, wird das unser Finale.  Da konnte ich aber noch nicht ahnen, dass der FCB in Sachen Chancenverwertung noch ineffizienter abschneiden würde als der BvB. Die erste Halbzeit verging wie im Flug. Es war ein Clinch zweier hochmotivierter Teams auf allerhöchster Ebene (sehr schön erklärt bei Spielverlagerung). Halbzeit, Durchschnaufen, Pinkeln gehen.

Wiederanpfiff. Die Bayern jetzt besser im Spiel, mit Chancen und mehr Zugriff auf das Spiel. Aber wir kennen ja die Dortmunder Truppe - immer gut für einen schnellen Gegenangriff und ein Lewandowski-Tor. Beeindruckt hat mich Marco Reus - wenn der Ex-Gladbacher am Ball war, stieg meine Temperatur.
Tja, und Arjen Robben? Auch der ließ die Körpertemperatur der Bayern-Fans in die Höhe schnellen. Wuselig, Angriffsfreudig und der Aktivposten im Bayern-Spiel schlechthin. Nur leider immer einen Tick zu spät, oder zu langsam in seinen Entscheidungen - Unglück kam dann auch noch hinzu. Hinter mir brodelten ein paar Idioten und schimpften schon wieder über den Niederländer - aber so ein Robben ist mir allemal lieber, als einen den man auf dem Platz kaum siegt. Der trifft schon noch.
Es geht einem viel durch den Kopf in so einem Spiel und man durchlebt alle Gefühlsregungen, die es so gibt: Genugtuung, Schockstarren, Verzweiflung, Erschöpfung, unbändigen Jubel - wie beim Führungstreffer. Es platzte regelrecht aus mir heraus: ich schrie, tobte, stampfte, stieß meine Fäuste in die Luft, umarmte meinen Nebenmann, küsste meine Freundin. Wir führen - und wenn wir führen - na das weiß man ja seit dieser Saison.
Plötzlich dann Elfmeter. Hä? Ich konnte nichts erkennen. Elfer? Wofür? Flüche, Unverständnis. Hoffen auf einen Neuer-Geniestreich. Der Ausgleich. Ich sinke in meinen Sitz und schaue bei Twitter nach, ob der Elfmeter gerechtfertigt war. Ja, war er. Dortmund ist wieder im Spiel.
[...]

London ist bunt.
London hat extrem viel zu bieten, sei es kulinarisch oder im Hinblick auf tolle Einkaufsmöglichkeiten und London ist in seiner Vielfalt Garant dafür, dass es für jeden Besucher in dieser Stadt etwas Wunderbares zu entdecken gibt. Das multikulturelle Gemisch aus Sprachen, Menschen, Restaurants und individuell hübsch gestaltete Läden macht London bunt. Die Metropole ist aber auch extrem grün - viele Parks, allesamt sehenswert, sind der Ruhepol dieser Großstadt. Von Westlondon aus, kann man über Kensington Gardens, Hyde Park, Green Park und St. James's Park in einem durch diesen Grüngürtel bis hin zu Westminster im Zentrum laufen oder radfahren.
Der Shopper hat in London sein Mekka gefunden: Märkte, Boutiquen, die klassischen Modeketten - von Oxford Street bis Brick Lane, Portobello Road oder Camden Town - für jeden Geschmack steht eine unglaubliche Auswahl zur Verfügung. Wer bei schönem Wetter unterwegs ist, der sollte sich Tower, Buckingham Palace oder die Modern Tate erstmal sparen und die Stadtviertel erkunden: Shoreditch, Spitalfields im Osten, Notting Hill, South Kensington, Bayswater, Camden im Westen. Covent Garden, Mayfair, St. James's im Zentrum bzw. in Zentrumsnähe. Im Südosten lohnt ein Besuch in Greenwich, im Süden sollte man die Märkte im Embankment/ Southwark/ Bermondsey besuchen. Märkte sind in London überall zu finden, meist aber nur an Wochenenden geöffnet. 

[...] Keine Verlängerung - und bloß nicht wieder Elfmeterschießen. Ich will keinen lucky punch der Anderen! Die Bayern jetzt immer besser und kontrollierter. Sagenhaft was Boateng - der gefühlt schon drei Mal verletzt vom Platz hätte müssen - und  Javi Martinez abliefern. Schweinsteiger und Lahm jetzt auch viel besser im Spiel. Es läuft. Dortmund jetzt passiver, so langsam geht ihnen die Luft aus.
Die Stimmung im Stadion ist beeindruckend, trotz der mäßigen Akustik - von den Bayern-Fans kommt jetzt wieder mehr, man spürt die Überlegenheit. Meine Nerven sind zum zerreissen gespannt. Ein Fehler kann alles entscheiden. Jede vergebene Chance der Roten macht mich irre. Spätestens jetzt hat der Schwabe sein Ziel erreicht: niemand sitzt mehr.
Das Spiel neigt sich dem Ende - jetzt bloß keinen Scheiß bauen! Sagenhaft, was da für Torhüter auf dem Platz stehen. Die englischen Zuschauer dürften sich verdutzt die Augen reiben, angesichts solcher Torwartleistungen. Noch wenige Minuten - den Bayern merkt man deutlich an, sie wollen das Spiel noch innerhalb der neunzig Minuten entscheiden. Dortmund jetzt wie ein angeschlagener Boxer, kalkuliert auf die Verlängerung. Und dann kommt er, dieser Spielzug. Dieser Robben - der tragische Mann des letzten Spieljahres. Der Ball zirkelt an Weidenfeller vorbei ins Tor. Robben! Tor! Das ist der Cup! Das holen sie nicht mehr auf, die Schwarz-Gelben. Ich drehe durch. Ich schreie mir die Stimmbänder wund, hüpfe auf und ab! Wir - er - haben es gemacht. Ausgerechnet Robben! Und wie er da jetzt steht, vor unserer Tribüne - mit ausgebreiteten Armen - der Held dieses Spiels! Ausgerechnet Robben, das Stehaufmännchen.
Ich  bin sicher, dass uns die drei Minuten Nachspielzeit nicht in Schwierigkeiten bringen - dafür kam von Dortmund zu wenig. Die können gar nicht mehr. Ich warte... genieße und dann reißen alle roten Spieler die Arme hoch. Die gelben sinken zu Boden. The winner takes it all - the loser's standing small. So ist es. Tragik und Triumph - schon so oft am eigenen Leib erlebt. Heute gehöre ich zu den Gewinnern! Was für ein Abend - was für eine Woche - was für ein Happy End!
Zur Schiedsrichterleistung kann ich wenig sagen - die umstrittenen Szenen habe ich allesamt nicht im Detail sehen können, aber dies hier scheint mir doch der passende Kommentar. 

Wir stehen noch lange da. Sehr lange. Genießen. Grinsen und applaudieren. Dem Gegner, den Helden und ihm - dem Star des Abends. Als Arjen Robben vor unserer Tribüne weint, weine ich ein wenig mit. Was für eine Geschichte! Schon fast kitschig, dieses Drehbuch. Der Jubel, die Freude, das Feiern - es nimmt kein Ende. Ich kann gar nicht mehr.
Ich will gehen - das reicht jetzt - ich bin körperlich am Ende. Das Stadion leert sich und wir schlendern in die Londoner Nacht hinaus. Ein paar Polizisten am Ausgang singen etwas unsicher "Bayern, Bayern". Von Häme gegenüber den Dortmund-Anhängern bekomme ich wenig mit. Das Feiern der Bayern-Fans - eher vereinzelt. Vermutlich sind alle so erschöpft wie ich es bin. Es geht in den nächsten Pub. Ich muss mich setzen und erstmal ein Bier runterkippen. Mission erfüllt. Der Cup ist bei uns! Nach zwölf Jahren. Nach Madrid, nach München. Endlich bei uns. Meine Fahne habe ich doch noch mitgenommen - die hängt jetzt in meinem Büro.

Food & Drink.
Nein, englische Küche ist die Erwähnung nicht wert. Aber in London essen ist ein absolutes Highlight. Bangladeshi, pakistanisch, indisch, mexikanisch oder iranisch - es gibt aus aller Herren Länder Kulinarisches, was auch wenigstens so schmeckt wie dort im Ursprungsland. Wenigstens hier haben sie das Essen nicht an den einheimischen Geschmack angepasst - so wie bei uns. Auffallend sind die vielen Organic Food-Läden, in denen gesundes, nachhaltig Erwirtschaftetes aus der Region angeboten wird. Doch hier handelt es sich um Ketten. Pret A Manger beispielsweise, findet man in London an wirklich jeder Ecke. Überhaupt sind Ketten in London das Ding - mit verhältnismäßig geringer Dichte fallen dabei die üblichen Verdächtigen wie McDonald's oder Burger King aus.
Wer englische Pubs besucht, und das sollte man, der betrinkt sich besser mit Ale oder Lager aus England. Es gibt viele wohlschmeckende Biere darunter. Die internationalen Biersorten aus Dänemark, Belgien oder Australien sind zwar populär, taugen aber geschmacklich nichts. Es gibt Pubs und es gibt Pubs - hier sollte man durchaus wählerisch sein. Alteingessene, um die Nachmittagszeit überfüllte Pubs, haben deutlich mehr Charme und Atmosphäre und lohnen das Gedränge. Hier findet soziales Leben statt, wobei in Deutschland sich um diese Zeiten eher nicht mehr ganz so soziales Leben in der Eckkneipe ansiedelt. Der/die Londoner Geschäftsmann/-frau geht nach getaner Arbeit erstmal in den Pub oder eine Wine Bar.       
Ja, Bayern hat den Henkelpott verdient - hier schön erläutert. Nichts anderes habe ich auch von schwarz-gelben Anhängern gehört. Aber es gehört zum Sportsmann dazu, dass man auch einem großen Gegner gratuliert - und das tue ich hiermit! Dortmund hat einen Riesenkampf geliefert und war ein mehr als würdiger Finalgegner. Unschöne Szenen habe ich weder am Stadion, noch in der Stadt erleben müssen. Es war im Großen und Ganzen ein friedliches Fußballspiel und es haben sich alle als prima Gäste in Englands Hauptstadt gezeigt. 
Die Enttäuschung der Dortmunder verstehe ich - wer, wenn nicht ich, der fünf CL-Finals erlebt hat und am Wochenende erst den zweiten Titel feiern durfte? Doch der BvB stand mit 1997 erst zum zweiten Mal in einem Champions League-Finale, da sollte sich die Enttäuschung nicht allzu breit machen. Diese Mannschaft, dieser Klub hat Perspektive genug auch in den nächsten Jahren wieder in ein solches Finale zu kommen. Zum Triumph gehört auch die Tragödie - wer weiß das in diesem Wettbewerb besser als wir vom FC Bayern?!
Mind the gap, so hallt es durch die Lautsprecher wenn man Londons Tube verlässt - man warnt vor dem Spalt zwischen Zug und Bahnsteig. Genau dieser Spalt ist es im übertragenen Sinne, der den Unterschied zwischen Siegen und Verlieren in einem solchen Finale ausmacht. Passt man nicht auf, ist es passiert - wer den Fehler macht, wird gnadenlos bestraft. Wir triumphieren, weil wir es diesmal nicht waren, die den entscheidenden Fehler machten. Und jetzt sind wir es auch, die das genießen und feiern dürfen! Bayern München ist Champions League-Sieger 2013! Danke, Jungs - Danke, Trainer, für einen unvergesslichen Abend in Wembley!

Hässlichschön.
Ja, Londons Bausünden sind vor allem im Zentrum und Canary Wharf für jeden Besucher weithin sichtbar. Aber neben diesen grau-schwarzen Klötzen aus Beton und Glas, stehen immernoch wahre Schätze viktorianischer Baukultur. Londons Schönheit lässt sich fast an jeder Ecke finden. Überall lässt sich hier noch Geschichte erahnen, auch wenn die Zeit die Stadt fortwährend verändert. Londons Häuserfassaden lassen einen des Öfteren sprachlos davor stehen, überall findet man Büsche, Bäume, Grün - und wenn man wie ich das Glück hat, dass das Wetter noch mitspielt, dann sieht London in der Abendsonne märchenhaft aus. Ein paar Mal war ich schon dort, aber dieses Mal habe ich mich endgültig in diese Stadt verliebt.     
Jetzt steht das letzte Spiel, das letzte Finale dieser Saison auf dem Plan. In Berlin, gegen Stuttgart. Ich bin so tiefenentspannt, dass ich nicht mal im Ansatz nervös bin. Wir haben bereits die wichtigsten Titel der Saison - und dabei drei Mal Borussia Dortmund hinter uns gelassen. Was soll mich da jetzt noch aufregen?



Donnerstag, 16. Mai 2013

Chelsea als Warnung

Geschichte wiederholt sich, dachten gestern Abend sicherlich einige Fußballfans, als der Chelsea FC in letzter Minute das entscheidende Tor im Finale der Europa League erzielte. Wieder nach einem Standard, wieder ein Kopfballtor - wie schon im Finale dahoam letztes Jahr (auch wenn der Treffer 2012 Chelsea nicht zum Sieg brachte, sondern erst ins Elfmeterschießen).

Nein, schön oder gut hat Chelsea wieder nicht gespielt. Aber sie haben ihre Stärken (oder auch ihre einzige Stärke) genutzt und am Ende gewonnen. Der Zweck heiligt eben die Mittel. Wie schon im letzten Jahr sage ich auch diesmal: verdient gewonnen.

Benfica hatte gerade in der ersten Hälfte Chancen im Minutentakt. Fahrlässig vergeben, so beschreibt man es wohl am besten. Dass sich dies und eine schlecht sortierte Hintermannschaft bei einem Eckstoß kurz vor der Verlängerung (der im übrigen völlig unnötig war) gegen die Londoner rächt, weiß man spätestens nach dem Champions League-Finale 2012 gegen die Bayern. Benfica hat daraus nichts gelernt. Möge der katholische Portugiese tatsächlich an den "Bela Guttmann-Fluch" glauben, bereits nach Halbzeit Eins wusste ich wie es letztlich ausgehen wird. Das wusste ich übrigens auch schon 2012. So ist der Fußball in solchen Endspielen. Und es ist - so ungerecht es scheinen mag - auch gut so.

Ein Europacup-Finale ist ein Gipfeltreffen auf allerhöchstem Niveau - wer Fehler macht oder mangelhaft effizient ist, den bestraft der Gegner. Das war schon in vielen Endspielen so. Um nur ein paar Bayern-Spiele zu nennen: 1982 in Rotterdam gegen Aston Villa, 1987 gegen Porto in Wien, 1999 in Barcelona gegen Manchester United und - wie schon erwähnt - im letzten Jahr gegen Chelsea in München.

Du musst eiskalt mit der Verwertung deiner Chancen sein - Du musst höllisch aufpassen, nicht zum falschen Zeitpunkt den entscheidenden Fehler zu machen. Für's Schönspielen, für Ballbesitz oder die Mehrzahl an Chancen hat es noch nie einen Pokal gegeben. Das wird auch am 25. Mai in London so sein. Ich hoffe, der FCB hat daraus seine Lektion endlich gelernt.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Es ist doch nur ein Fußballspiel

In Kürze fliege ich nach London - und angesichts des Spiels an dem ich als Zuschauer am 25. Mai teilnehmen werde, bekomme ich schon feuchte Hände, leichtes Magendrücken und eine Körpertemperatur, die zwischen kalt und heiß wechselt. Bei dem was die Medien aus dem bevorstehenden Champions League-Endspiel zweier deutscher Mannschaften schon machen und noch machen werden, fällt es einem nicht leicht sich dem Hype zu entziehen. Als Bayern-Fan geht es mir aber in erster Linie nicht um Gegner Dortmund oder um "das Duell", sondern schlicht um den Henkelpott. Ich wünsche mir, dass mein Team nach 2001 und zwei Finalniederlagen in den letzten drei Jahren endlich wieder Champions League-Sieger wird. 

Natürlich wird mir spätestens am 25. Mai die Farbe Gelb visuelle Übelheit bereiten - und ja, ich wünsche in den relevanten neunzig oder hundertzwanzig Minuten plus dem BvB alles erdenklich Schlechte (spielerisch gesehen). Doch bei aller Rivalität und der Vorgeschichte zu eben dieser, werde ich mich aber auch wieder beruhigen - egal, wie das Ergebnis letzten Endes heißen wird. Es ist ein sportlicher Vergleich - und den muss man am Ende auch sportlich nehmen. Das habe ich so 1999, 2010 und erst recht 2012 so getan. 1987 in Wien war ich noch nicht soweit.
Mit Borussia Dortmund ist einer der Vereine ins Finale eingezogen, den ich mit anderen am wenigsten leiden kann. Aber mit Borussia Dortmund ist eben auch eine Mannschaft im Endspiel angekommen, die es neben den Bayern verdient hat, dort um den Cup spielen zu dürfen. 

Aus deutscher Sicht, interessiert mich das zurzeit ehrlich gesagt einen Dreck. Ich werde mich nicht darüber freuen können, wenn die "falsche" deutsche Mannschaft den Titel holen würde - Bundesliga und deutscher Fußball hin oder her. Nein, Bayern ist dran - und Bayern soll es bitte auch sein. 

Dennoch wünsche ich mir, dass jegliche Häme, Unsportlichkeit oder gar Hass an diesem 25. Mai in London nichts zu suchen haben. Wir haben mit zwei deutschen Teams in Europa ganz groß aufgetrumpft - jetzt sind die Fans beider Lager an der Reihe es ebenso zu tun.

Zum guten Schluss noch ein prima Text zum Thema von Andreas Bach: 

Samstag, 11. Mai 2013

Two tickets to ride

London im Mai 2013 - Notting Hill, Columbia Road, Brick Lane Hampstead, Islington, Primrose Hill, Greenwich, Camden Passage, Borough Market, Postman's Park, Tate Modern Gallery, St. Paul's Cathedral, Brockley Market, East End, Golborne Road, Bermondsey, Regent's Park, Dalston, Shoreditch, Bethnal Green, ... eine Woche in der englischen Hauptstadt - und am Ende folgt als Krönung das Finale der Champions League zwischen zwei deutschen Mannschaften im New Wembley Stadium: meine Bayern gegen die Schwarz-Gelben aus Dortmund.


Es ist mein fünftes Finale in diesem Wettbewerb live vor Ort. Wien, Barcelona, Mailand, Madrid und nun London. Für München im letzten Mai gab es keine Karten für mich.
Als wir das Finale dahoam verloren, dachte ich sofort an London. Nächstes Jahr in London, da holen wir den verdammten Cup! London - was für ein großartiger Austragungsort für ein europäisches Finale! Ich bestellte unverzüglich Endspielkarten - wohlwissend, dass das gar nichts bringt, da vermutlich wieder erst das Losverfahren über die Kartenvergabe entscheiden wird. Anfang diesen Jahres buchte ich dann Flug und Hotelzimmer - vielleicht schaffen es die Bayern ja wieder ins Finale. Und sie schafften es tatsächlich - bezwangen Arsenal, schlugen Turin und Barca.

Irgendwie war das mit mir und London so ein Ding, bei dem ich ein glückliches Händchen hatte - sicher das glücklichste im Hinblick auf die zwei Finalkarten für den 25. Mai, die mir sicher sind. 
Gegen Arsenal war ich vor 13 Jahren schon mal dort - und bei Karl-Heinz Riedles Kopfballsiegtor im deutsch-englischen Vergleich 1991 im alten Wembley Stadion. Ich freu mich riesig auf das neue Wembley, auf die Stimmung in der Stadt und auf die steigende Fieberkurve hin bis zum Samstagabend, dem Abend des Spiels. Das wird ganz sicher mein Jahreshöhepunkt 2013.

Den Bayern-Fans, die keine Karte bekommen werden, kann ich nur raten: Fahrt hin. Mietet Euch eine Wohnung bei 9flats und fahrt hin. London ist faszinierend - und in Rot getaucht sicher viel schöner als in Gelb. Lasst uns den 25. Mai diesen Jahres zu einem Feiertag machen - einem FC Bayern-Feiertag! Um Thomas Müller zu bemühen: "Wir holen das Ding. Basta."   
 

Dienstag, 7. Mai 2013

Der 6. Mai 2013

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der sechste Mai 2013, ein Montag, ein Tag mit solcher Tragweite für den FC Bayern werden würde? Kein Spieltag, kein Europapokalabend - nicht mal ein Spieler wurde verpflichtet - an diesem 6. Mai. Der Aufsichtsrat des Klubs hat sich am gestrigen Abend einstimmig dafür ausgesprochen, dass Uli Hoeneß bis auf weiteres Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender bleibt, sich auch vorübergehend nicht aus dieser Verantwortung nehmen soll. Kurzum: man hat die Verdienste und den Menschen Uli Hoeneß der Verfehlung der Steuerhinterziehung (von der wir noch nicht wissen, ob sie letztlich wirklich auch rechtlich den Straftatbestand erfüllt) gegenübergestellt und sich pro Hoeneß entschieden.

Wenn man bedenkt, was da gestern auf dem Spiel stand für den Klub, seine Mitglieder und natürlich in erster Linie dem Mann, dem der Verein so viel zu verdanken hat, kann man zunächst einmal beruhigt aufatmen. Berücksichtigt man, dass in diesem Gremium die Chefs von Audi, Volkswagen oder adidas saßen und entschieden, muss man deren Votum um so höher bewerten, da sie sich in ihrer Funktion als Unternehmenchefs großer deutscher Konzerne damit natürlich in der moralischen Diskussion angreifbar machen. Warum diese Entscheidung? 

Zunächst sprechen wir hier von einem noch laufenden Verfahren, dessen Ausgang ungewiss ist. Ist die Selbstanzeige des Uli Hoeneß ausreichend um einer Haftstrafe (mit oder ohne Bewährung) zu entgehen, kann man durchaus diese erstmalige Verfehlung des Bayern-Machers aus Sicht des Klubs ad acta legen. Er hat sich entschuldigt, er hat Reue gezeigt und er hat dem Klub keinen direkten Schaden zugeführt.
Wenn es anders kommt, wird man auch noch anders entscheiden können.

Die Entscheidung des Aufsichtsrats der Bayern München AG ist ein Votum: für Uli Hoeneß - als Mensch, als Präsident und als der Mann, der den Klub dorthin gebracht hat, wo er heute steht. Nichts anderes habe ich von diesem Aufsichtsrat erwartet - und darauf können wir Mitglieder stolz sein.
Mia san mia!

Mittwoch, 1. Mai 2013

Termine Mai 2013

01.Mai 2013 - Champions League Halbfinale   
Barcelona vs FCB
20:45 Uhr

04.Mai 2013 - Bundesliga   
Borussia Dortmund vs FCB
18:30 Uhr
    
11.Mai 2013 - Bundesliga   
FCB vs FC Augsburg
15:30 Uhr
   
18.Mai 2013 - Bundesliga   
Borussia M'gladbach vs FCB
15:30 Uhr   

25. Mai 2013 - Champions League Finale
London, New Wembley
Borussia Dortmund vs FCB
20:45 Uhr

Donnerstag, 25. April 2013

Angekommen!

Was sind das für Wochen, Monate - was ist das für eine irre Saison?! Was bitte, war denn das für ein Spiel?! Gegen Barca! Gegen die Mannschaft, die über die letzten Jahre hinweg den europäischen Fußball - wie kaum eine andere vor ihr - dominiert hat. Vielleicht hatte Real Madrid einen solchen Status - irgendwann in den Fünfzigern...
Noch unter Louis van Gaal - so lange ist es ja noch nicht her - schielte man beeindruckt und aufrichtig ehrfurchtsvoll in Richtung Barcelona. Dort, auf dem Olymp der Fußballkunst ankommen, das war der ferne Wunsch der Bayern. Gerade ein Jahr ist es her, dass man im Finale der Champions League, im eigenen Stadion in München, nach einer überragenden Champions League-Saison scheiterte. Schock, Frust, Trauer - Fassungslosigkeit - wieder ein Finale ohne Happy End. Damals herrschte der allgemeine Tenor, dass man unverdient, mit viel Pech an einer höchst-destruktiven Mannschaft gescheitert ist. Wie ungerecht! Alles Quatsch. Schon während des Spiels im letzten Mai, war deutlich zu sehen was letztlich noch fehlte, wenn man solche Titel holen will.*

Am vergangenen Dienstagabend wurde uns dann allen vor Augen geführt, wo der FC Bayern 2013 wirklich steht. Waren das alles schlechte Gegner, ängstliche Hasen und indisponierte Opfer, die wir da Woche für Woche mit Kantersiegen in Liga und Pokal vom Platz fegten? Der wirkliche Maßstab ist Barca - und komme mir niemand damit, dass Barca und Messi an diesem Abend "einfach schlecht drauf waren". 
Denn was wir dann sahen, zeugte von einer Spielintelligenz, einem taktischen Masterplan in Vollendung, einem gemeinsamen Kampfgeist und fußballerischem Höchstniveau, dass man nur noch ungläubig auf das Geschehen auf dem Rasen starren konnte. Wann kommt Barca zu Chancen, wann schießen sie ein Tor? Zwei Mal innerhalb von neunzig Minuten hatten sie tatsächlich Tormöglichkeiten - Barcelona! Das muss man sich mal vorstellen! Pressing par excellence - ganz ohne zwei Abwehrreihen hintereinander aufzustellen, wie es Milan oder auch Chelsea erfolgreich gegen die Katalanen getan hatten. Nein, wir spielten mit - und wie!
Die Aussagen der Barca-Spieler nach der Partie sprachen Bände über das, was da auf dem Platz ablief - und diese statements sind der Ritterschlag von Weltklasse-Spielern einer Weltklasse-Mannschaft.
Ich verzichte auf die Details zum Spiel - dass hat Kollege Breitnigge schon formvollendet. Aber sehen wir es, wie es ist: Am Dienstagabend haben wir einen historischen Moment erlebt. Der FCB ist dort angekommen, wo wir ihn noch 2009 uns nicht im Ansatz haben vorstellen können. Natürlich fehlt der Titel noch - ohne Frage. Dazwischen stehen noch ein Halbfinalrückspiel und das Finale. *Aber wer zweifelt ernsthaft daran, dass einen FC Bayern in dieser Form niemand schlagen wird?!   
Danke, Jungs - Danke, Trainer! Das war Balsam für die Bayern-Seele und ein taktischer Höchstgenuss! Holt Euch das Ding! Es ist unsere Zeit.     

Dienstag, 23. April 2013

Die Fieberkurve steigt - auch in Dortmund

In drei Stunden und 40 Minuten - so ungefähr - steigt das von aller (Fußball-)Welt erwartete Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Barca. Doch zur Zeit scheint das gar nicht das Top-Thema des Fußballsports zu sein, denn da haben wir seit ein paar Tagen die Causa Hoeneß und seit kurz nach null Uhr heute früh den Götze-Transfer.

Das echauffierte Aufbrausen im schwarz-gelben Lager angesichts dieses Überraschungs-Transfers kurz vor Ende der laufenden Spielzeit ist verlogen. Mario Götze hatte, wie viele andere Spieler einer bestimmten Qualität, eine Ausstiegsklausel im Vertrag. Diese Klausel war Voraussetzung für die letzte Vertragsverlängerung mit Borussia Dortmund. Ein solche "Ausstiegsklausel" - also eine festgeschriebene Transfersumme, bei der - so sie erzielt würde - der Vertrag frühzeitig beendet werden kann, ist die Vor-Unterschrift bei einem anderen Verein. Demnach also alles andere als ein langfristiges Treue-Bekenntnis. Gang und Gäbe ist es ohnehin, aber eben auch ein Verein wie Borussia Dortmund profitiert davon (zuletzt bei der Ausstiegsklausel eines gewissen Marco Reus, der von Borussia Mönchengladbach kam).
Der Verein betonte, dass sich Götze samt Berater absolut korrekt verhalten hätten - was anderes sollen sie auch sagen?! Dass Jürgen Klopp - unverbesserlich - im Rahmen einer Pressekonferenz andeutete, dass der Zeitpunkt der Publikmachung nicht zufällig sei, ist wieder mal typisch für die Verschwörungstheoretiker der Branche. Es war die Bild-Zeitung und anschließend ganz offiziell der Verein Borussia Dortmund selbst, die den Transfer zur nächsten Saison bestätigten. Der FC Bayern hätte laut eigener Pressemitteilung mit der Bestätigung noch zumindest bis nach dem Halbfinalspiel gegen Real Madrid gewartet. Das ist ehrenwert - nichts anderes.

Wenn sich Herr Watzke nun darüber wundert, dass der Münchner Klub keinerlei Kontakt im Vorfeld zur Borussia  aufgenommen hätte, erscheint das merkwürdig. Schließlich waren es doch die Dortmunder Borussen, die lauthals getönt hatten wie unverkäuflich ihre Topstars doch seien. Und dass der FCB auch ein Auge auf eines der größten deutschen Fußballtalente hat, wurde weder verheimlicht, noch kann man sich darüber wundern. Es war doch klar, dass Mario Götze früher oder später beim FC Bayern landet.
Am Ende wird der Borussia dieser personelle Verlust üppig versüßt: 37 Millionen Euro fließen in die Kasse der Borussia. Da kann man doch etwas mit anfangen.


 

Montag, 22. April 2013

Schützenfest ohne König


Sonnenschein über Hannover, die Bayern sind in der Stadt - und sie sind nicht gekommen, um hier eine Trainingseinheit abzuhalten, bevor man am Dienstag Teil Eins des Knallers gegen den großen FC Barcelona in der Champions League absolviert. Und doch sah es wie im Training aus... so einfach, so leicht, so sicher und so schnell in Führung.
Klar war, dass Trainer Jupp Heynckes hier einige Protagonisten für Dienstag zumindest eine Halbzeit lang einsetzen würde, damit sie im Spielfluss bleiben. Ribéry und Müller zum Beispiel in Hälfte Eins. Robben und Shaqiri im zweiten Durchgang. Als vorübergehender "Zehner" zeigte Pizarro ein gnadenlos gutes Spiel und durfte sich wieder mal als Torschütze eintragen. Natürlich traf auch Mario Gomez - unser Mr. Zuverlässig.
Es war schön anzusehen, wie die Bayern Hannover 96 nach Belieben beherrschten und den dreizehnten Rückrundsieg im dreizehnte Rückrundenspiel  mit 6:1 Toren perfekt machten. Man kann nur ungläubig staunen, mit welcher Selbstverständlichkeit der FCB wieder und wieder den jeweiligen Liga-Gegner dominiert. Doch - ohne wirklich das Haar in der Suppe suchen zu wollen - perfekt haben sie nicht gespielt; zumindest nicht so wie man am Dienstag gegen Barca auftreten muss.

Der Punkterekord ist eingestellt und Bayern hat noch vier Spieltage, um die Messlatte dahingehend höher zu legen. Freuen wir uns über diese sechs Tore und die unfassbar gute Gesamtbilanz in dieser Saison! Noch im letzten Jahr war das Gastspiel in Hannover eher ärgerlich (wenngleich auch deutlich spannender).

Ein anderer Protagonist fehlte gestern in Hannover - Uli Hoeneß. Und doch war der Präsident des FC Bayern landauf landab das Thema des Tages. Gestern, heute und sicher auch in den nächsten Wochen wird er das auch bleiben.
Als mir gestern morgen von seiner Selbstanzeige berichtet wurde, war das ein Hammer! Ich war schlagartig wach, geschockt und konnte nicht glauben, dass unser Uli so - mit Verlaub - dumm sein konnte, zu glauben damit unbehelligt durchzukommen. Ausgerechnet Uli Hoeneß..

Mit ein bisschen Zeit nach dem ersten Schreck, konnte ich meine Gedanken etwas sortieren und werde es hier damit halten, zunächst einmal die wirklichen Details der Story abzuwarten. Klar sein dürfte, so ganz unschuldig wird er nicht sein. Klar ist, der Imageschaden für ihn persönlich ist gewaltig. Klar ist, dass mir als Hoeneß-Freund diese Geschichte wirklich zu Herzen geht, mein Mitleid sich aber dennoch arg in Grenzen hält.  
Es war zu erwarten, dass nun die Schlangen aus ihren Nestern kriechen und das Zischen anfangen - bei der Steilvorlage kein Wunder. Herr Daum beispielsweise täte besser daran erstmals den Mund zu halten, als sofort seinen Senf beizusteuern. Manche lernen es eben nie. Aber Uli Hoeneß' Fallhöhe ist gewaltig - und dazu hat er mit öffentlichen Auftritten in Polit-Talkshows auch kräftig beigetragen. Was aber am Ende nun wirklich geschehen ist und warum, sollte wir abwarten. Vorverurteilungen können auch nach hinten losgehen.

Moralisch den Fall zu bewerten ist gefährlich, denn wer will hier ernsthaft einen moralischen Standard festlegen? Ist Steuerbetrug erst ab einer gewissen Höhe des unversteuerten Geldes wirklich schlimm? Eine Straftat wäre es in jedem Fall. Ist das Fahren unter Alkohol nicht viel verwerflicher, weil dabei Menschen zu schaden kommen könnten? Die Moral will ich bei dieser Angelegenheit aus dem Spiel lassen - ein viel zu weites Feld für meinen Geschmack.
Diesen Knaller zum Ende der Saison 2012/13 kann man a) rechtlich bewerten, wenn man alle Fakten kennt - und b) daraus Schlüsse, Konsequenzen und Forderungen ableiten. So weit bin ich zumindest noch nicht. Mir bleiben einzig ein paar Worte, die ungläubig immer wieder vor mich hin flüstere: "Warum Du, Uli?" 
  

Mittwoch, 17. April 2013

"Shaq-Attack"

In Mönchengladbach gibt es anscheinend ein Kommunikationsproblem... Als man den großen dunkelhäutigen Spieler vom SC Freiburg verpflichten wollte, holte man anstelle von Papiss Demba Cissé einen Spieler namens Idrissou an den Niederrhein. Das ging gehörig schief.  
Dann hörte man, dass sich ein junges Talent in der Schweiz - genauer: beim FC Basel - rumtreiben sollte und schickte eiligst einen Boten samt Vertrag ins Rheintal. "Der Typ heißt Shak...Shaka... oder so...", so ähnlich wird es wohl gelaufen sein. Man verpflichtete Granit Xhaka, während der Typ namens Shaqiri zu den Bayern wechselte.  Das Resultat ist spätestens seit gestern Abend jedem Fußballanhänger bekannt - die beiden Spieler trennen Welten. Der eine, Xhaka, kommt so gar nicht klar in Gladbach - wenngleich man sein noch sehr junges Alter berücksichtigen muss. Der andere - Xherdan Shaqiri - bot gestern beim Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg eine "Weltklasse-Leistung".  

Beweglich, kampfstark, einen Mordsantritt, viel Puste, einen tollen Schuss und das Auge für den Mitspieler, sowie das technische Equipement fantastische Zuspiele umsetzen zu können - alles das hat Xherdan Shaqiri, genannt "Shaq" im Gepäck. Ansatzweise haben wir das von ihm beim FC Bayern schon öfter gesehen, aber noch nie in so geballter Form wie gestern Abend. Chapeau! Er war der beste Spieler auf dem Platz und sorgte fast im Alleingang für den Einzug ins Pokalfinale.

Nein, es war nicht alles rund gestern Abend - aber wer hat das ernsthaft erwarten können? Barca steht vor der Tür. Da ist es nicht leicht, den Kopf frei zu machen für einen Gegner namens Wolfsburg. 
Am Ende beförderte man die Wolfsburger mit 6:1 aus dem DFB-Pokal - ein Ergebnis, das dem Spiel nicht so ganz gerecht wird. Aber drei Kontertore in sechs Minuten nach Mario Gomez' Einwechslung sorgten für einen Kantersieg. Wieder mal einer.  

Wir haben also die große Chance, Titel Nummer zwei (oder nach Kalender: Nummer drei) zu holen. Anfang Juni in Berlin. Der Kontrahent wird heute Abend ausgespielt.

Prima! Diese Bayern beschenken uns in dieser Spielzeit wie nie zuvor. Was für ein großartiges Team!